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Werner Kappler
Experte
für Rechtsschutzversicherungen
Eine Rechtsschutz Kostenübernahme bei Schaden richtet sich nach dem Versicherungsvertragsgesetz samt der enthaltenen vertraglichen Vereinbarungen. Diese Vereinbarungen werden regelmäßig von der Gesellschaft überprüft und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgehalten. Neben den allgemein geregelten Bedingungen, die auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) festlegt, können auch individuelle Leistungen mit dem Versicherer vereinbart werden.
Bevor man eine Rechtsschutzversicherung abschließt, sollte man sich im Klaren sein, unter welchen Bedingungen eine Kostenübernahme durch den Versicherer überhaupt eintritt. Kriterien hierfür sind u.a. Wartezeit, Beitragszahlung und Schadensfälle vor Abschluss des Vertrages.
Kein Versicherungsschutz besteht, wenn ein Schadensfall während der Wartezeit auftritt. Diese beträgt in der Regel drei bis sechs Monate. Die Kulanz mancher Versicherer reicht soweit, dass sie diese bei Vertragsabschluss mit der Vorgängerversicherung verrechnen. Sollten Sie vor Vertragsabschluss einen Schaden erleiden, oder den Rechnungsbetrag binnen zwei Wochen nicht beglichen haben, entfällt ihr Anspruch auf Kostenübernahme. Schadensfälle, deren Ursache und Risiko bereits vor Vertragsabschluss bekannt waren, werden nicht versichert bzw. vom Versicherer abgewiesen.
Auch wenn gegen Sie eine Strafanzeige erhoben wird, kann eine Rechtsschutz Kostenübernahme bei Schaden erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Strafrecht im Leistungspaket enthalten ist. Ist dies der Fall, werden auch mögliche vorausgehende Ermittlungsverfahren eingeschlossen. Es ist darauf zu achten, dass nur versicherbare Bereiche im Versicherungsschutz enthalten sind. Die Rechtsschutz Kostenübernahme bei Schaden entfällt, wenn Sie selbst durch eine Strafanzeige aktiv einen Rechtsakt eröffnen.
Eine Vorsatztat kennzeichnet sich durch das willentlich und wissentlich bzw. grob fahrlässige handeln. Eventuell entstehende Folgen werden durch den Täter billigend in Kauf genommen. Diebstahl, Körperverletzung, Unterschlagung oder Beleidigung sind typische Beispiele. Generell erlischt der Versicherungsschutz bei einem solchen Vergehen. Kulante Versicherer machen bei verkehrsrechtlichen Vergehen eine Ausnahme. Sollte dem Versicherungsnehmer lediglich Vorsatz vorgeworfen, jedoch nicht nachgewiesen werden, so wird die Leistung oftmals gewährt.
Ob sich eine Versicherung lohnt, kann selbstverständlich bei Vertragsabschluss niemals beantwortet werden. Erst bei eintreten eines Schadens, kann man wirklich beurteilen, ob man gut versichert ist. Ein solches Szenario wird jedoch selten -außer von Betrügern- herbeigeführt. Die Kündigung kann ordentlich oder außerordentlich (Schadensfall / Beitragserhöhung) erfolgen. Bei der ordentlichen Kündigung spielt die Vertragsdauer eine wesentliche Rolle. Die Mindestfrist liegt bei drei Monaten vor Vertragsende. Ansonsten verlängert sich das Vertragsverhältnis um jeweils ein Jahr. Die außerordentliche Kündigung kommt bei Beitragserhöhung oder Ablehnung der Leistungspflicht in Betracht. Hierbei muss eine einmonatige Frist nach Zugang der Informationen eingehalten werden.